Die Themen der SKS
Medikamentenpreise
Rund ein Fünftel aller Kosten in der Grundversicherung fallen auf Medikamente, das sind rund 5 Milliarden Schweizer Franken. Davon werden etwa 82 % auf Rezept verabreicht. Von 2001 bis 2006 wurden 41 % aller Arzneimittel, welche auf der Spezialitätenliste figurieren und damit von den Krankenkassen vergütet werden, gestrichen. Dafür wurden 37 % neue aufgenommen. Allerdings heissen "neue" Medikamente auch teurere Medikamente.
Teuer sind die Medikamente in der Schweiz ohnehin. Die Pharmaindustrie bestreitet zwar, dass die Medikamente in der Schweiz bedeutend teurer seien als im umliegenden Ausland. Gemäss Preisüberwacher konnten zwar günstigere Medikamente an Marktanteil zulegen (z.B. Generika); hingegen verdreifachte sich der durchschnittliche Fabrikabgabepreis von Medikamenten von 1995 bis 2005.
Etwa 70 Prozent der Medikamente werden aus dem Ausland importiert.
Haltung der SKS
Die SKS verlangt eine Senkung der Medikamentenpreise. Störend ist insbesondere, dass die einmal fixierten Preise nicht regelmässig überprüft werden. Oder dass Medikamente, welche praktisch identisch sind wie ihr Vorgängermodell, 10 bis 20 Prozent mehr kosten dürfen ("Innovationszuschlag"). Zudem muss der Länderkorb erweitert werden. Ebenso verlangt die SKS die Zulassung von Parallelimporten von Medikamenten
Aktuelle Situation
Die SKS, die ehemalige SKS-Präsidentin Simonetta Sommaruga, Santésuisse und verschiedene Parlamentarier haben im Frühjahr 2009 mögliche Massnahmen vorgestellt, welche pro Jahr bis zu 800 Millionen Franken im Medikamentenbereich einsparen würden. Behörden und Politik wollen jedoch nicht so weit gehen, einige Massnahmen sind im Parlament noch nicht behandelt. Im Frühjahr 2010 wurde eine ausserordentliche Preisüberprüfung von 2000 Medikamenten vorgenommen und die Preise an umliegende Länder angepasst. So werden pro Jahre 400 Millionen Franken eingespart.
Mehr Informationen unter den folgenden Medienmitteilungen:
santésuisse und Pharma präsentieren Entwicklung der Medikamentenpreise
Dem Druck der Pharma nicht standgehalten
7 725 Unterschriften für tiefere Medikamentenpreise
Teure Apothekentaxen: Diese Apotheken verzichten!


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