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Der Blog von Sara Stalder

Was kostet Verantwortung?

Braucht es 26 Millionen oder reichen 10?
Die Meldungen gestern machen klar, dass es keine Rolle spielt, ob in der Lohntüte Ende Jahr 1 Million mehr oder weniger liegt. Marcel Ospel hat noch im Frühling dieses Jahres sein überrissenes Salär begründet mit der grossen Verantwortung, die es in seiner Position zu tragen gilt. Ökonomen blasen auch in der heutigen Morgenpresse ins gleiche Horn: Wer Verantwortung übernimmt, soll dafür angemessen entschädigt werden. Ich frage mich –wie viele Bürger und Bürgerinnen auch: Welche Entschädigung gilt als angemessen??

Wenn ich zurückblicke, begreife ich mit meinem Laienverständnis folgendes: Die Rechnung, dass jeder ausbezahlte Lohnfranken das Mass an verantwortungsvollem Handeln erhöht, ist bisher noch nie aufgegangen. Was jedoch immer funktioniert und ich in keiner Art und Weise nachvollziehen kann, ist, dass hochbezahlte Verursacher einer Misere sich unbescholten aus der Affäre ziehen können.

Die Fälle, die ich in den letzten Jahren mitverfolgt habe, zeigten ausnahmslos, dass bei skrupellosen Entschädigungen gepaart mit haarsträubenden Fehlentscheiden die Hauptverantwortlichen bislang noch nie zur Kasse gebeten wurden. Meine Laienlogik will und kann nicht verstehen, wie solche Urteile jeweils zustande kamen.

Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt: Ich sehe einen zarten Hoffnungsschimmer, dass der Bund bei Boni und Abgangsfallschirmen der UBS mitbestimmen wird. Vielleicht müssen Marcel Ospel und Co. und der Verwaltungsrat doch auch noch finanziell geradestehen?

Das auf jeden Fall würde ich mit meiner Laienlogik bestens verstehen und vehement befürworten.

Sara Stalder
Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz


Kommentare (2)

Kommentare

maba @ 23.10.2008 16:09 CEST
Ich frage mich, was wohl ein Buschauffeur verdienen mag. Solche Leute, die direkt die Verantwortung für Menschenleben übernehmen. Was für eine gewaltige Verantwortung die auf sich nehmen und sicher kein Millionengehalt am Ende des Jahres auf dem Bankkonto haben.
MAD @ 17.10.2008 19:09 CEST
wie kann man 1 million "verdienen" ? gar nicht.
zu hohe saläre locken keine verantwortungsvollen manager an,
sondern nur abzocker.
vorschlag:
- max. 1/2 mio./jahr
- kein bonus bei entlassungen und massnahmen die nur rein zur steigerung des aktienkurses dienen aber der firma selber nichts nützen etc.
- kein mitspracherecht für abzocker/spekulanten aktionäre
- manager in der eigenen firma "heranzüchten"